Narren-ABC

Das kleine Hilfslexikon nicht nur für Nicht-Carnevalisten

Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, wer eigentlich Gott Jokus ist, oder woher die Carneval-Farben kommen ...

Aschermittwoch
Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40tägige Fastenzeit, in der mit Asche, Staub und einem Bußkleid auf die Wertlosigkeit und Vergänglichkeit alles Irdischen hingewiesen wird.

Bütt
Die Bütt könnte auf die Waschbütt oder das Waschfaß zurückgehen. Es wird aber auch darauf verwiesen, daß die Narrenbütt auf den römischen Weingott Bacchus zurückzuführen ist, der gerne auf einem Weinfaß dargestellt wird.

Carneval
Im Barock wurde das Wort Carneval aus dem italienischen übernommen. Es leitet sich vermutlich von "carne levale" ab, also von der lateinischen Mahnung, in der Fastenzeit dem Fleisch zu entsagen.

Elf
Die Zahl elf hat mythologische Hintergründe und spielt in vielen alten Kulturen eine Rolle. So ist z. B. die Zahl elf nach christlichem Glauben die Zahl, die als erste die Anzahl der zehn Gebote übersteigt.

Elferrat
Der Elferrat, auch Komitee (aus frz.: Comité) genannt, hat seine Parallele im revolutionären Freiheitscomité. Das umfaßte elf Personen, damit bei Abstimmungen keine Stimmengleichheit erzielt werden konnte. Oft werden aber auch die zehn Mitglieder neben dem Präsidenten als Minister mit bestimmten Funktionen bezeichnet, was auf die mittelalterliche Tradition des Bohnenkönigs und seines Hofstaates zurückzuführen ist.

Eule
Die Eule an der Bütt ist das Symbol der Weisheit.

Fastnacht
Die Carnevalszeit geht unmittelbar der am Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit voraus. Fastenbräuche sind aus allen antiken Kulturen der Welt bekannt. Das Fasten war einerseits die Voraussetzung für magische Handlungen, andererseits ist aber auch bekannt, daß Fasten der Gesundheit zuträglich sein kann (Heilfasten).

Fastnachtsfarben
Die traditionellen Farben der Fastnacht sowie der Narrenkappe sind blau, rot, weiß und gelb. Blau ist der Mantel Mariens als Himmelskönigin. Rot ist die Farbe des Kaiser- und Feldherrenmantels und der höchsten Würdenträger der Kirche. Weiß ist die Farbe des Lichts, der Engel und göttlicher Erscheinigungen, die Priester tragen weiße Gewänder. Gelb ist im Volksglauben vielfach mit negativen Bedeutungen verbunden, gilt aber auch als Farbe des Lichts.

Jokus
Einen Gott Jokus, wie er häufig erwähnt wird, gibt es in der Mythologie nicht. Ein Jokus ist ein Spaßmacher, der sich seine Späße und Scherze mit andern erlaubt (aus lat.: iocus = Scherz, Spaß).

Helau
Helau ist ein Ruf, der außerhalb der närrischen Zeit tabu ist. Er hat seinen Ursprung in Düsseldorf, von wo er 1938 nach Mainz eingeführt wurde. "Kein Mensch weiß, was es eigentlich heißen soll, aber jeder weiß, was es bedeutet" (Zitat: Franz Flach).

Laterne
1761 erscheint bei einem Umzug zum ersten Mal die Laterne: Diogenes mit der Laterne, der mit ihr des Menschen Witz, also seinen Geist sucht. In diesem Sinne wird die Laterne geführt, um das Jahresgeschehen zu beleuchten.

Narrenkappe
Der klassische Narr trägt seit dem frühen Mittelalter die Narrenkappe in Form der Kapuze, ähnlich der Kopfbedeckung der Franziskaner.

Wann die Kappe mit den Eselsohren und dem Hahnenkamm Gugel genannt aufkam, ist nicht exakt übermittelt. Mit dem Esel wird die geistliche Trägheit des Narren im Sinne des mangelnden Gottesglaubens symbolisiert. Der Kamm steht für die Kampfeslust des Hahnes.

Die Narrenkappe in Schiffsform ist abgeleitet vom Narrenschiff des Sebastian Brant, das 1521 als Buch erschien und die Reise von 111 Narren nach Narragonien schildert.

Rosenmontag
Der Rosenmontag hat nichts mit Rosen zu tun, sondern ist eine Bezeichnung für den "rasenden" Montag und den "blauen" Montag, abgeleitet von der blauen Farbe der Altartücher an diesem Tag.

Rosensonntag
Der Rosensonntag bildete gewissermaßen den Wendepunkt der Fastenzeit. Ab jetzt wurde froh vorausgeschaut auf den Palmsonntag mit dem Einzug Christi in Jerusalem. Das Hauptereignis bestand darin, daß der Papst in Rom mit einer goldenen Rose in der Hand vor die Gläubigen trat, um sie so auf die nahende Passionszeit hinzuweisen.

Spiegel
Der Narrenspiegel war zunächst nur Sinnbild der Eitelkeit und die Darstellungen zeigen Narren die sich im Spiegel betrachten. Dann änderte sich aber die Einstellung zum Spiegel, im Wechsel von der Selbstgefälligkeit zur Selbsterkenntnis: "Es ist Euer Spiegel, er zeigt die Herren des regierten Volkes und spiegelt die Torheiten und Untaten".

Herzlichen Dank an Lebrecht Viebahn für diesen Beitrag

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